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Die Geschichte Grönlands über die Inuit, die Wikinger bis zur heutigen Autonomie.

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Geschichte



Die Geschichte Grönlands ist spannender als man zunächst vermuten würde. Über die Beringstraße wanderten um ca. 3000 v. Chr. die ersten Inuit aus Asien ein. Es folgten um ca. 2500 v. Chr. andere Einwanderer wie z.B. die Saqqaq-Kultur. Diese wurde nach dem Ort Saqqaq an der Diskobucht benannt und bildet die Kultur mit den meisten prähistorischen Fundstätten auf der Insel (insbesondere im Sisimiut-Distrikt und um Nuuk).

Der Wikinger Gunnbjörn wird auf seiner Fahrt von Norwegen nach Island vom Kurs abgetrieben und entdeckt um 875 n. Chr. Grönland. Er geht aber nicht an Land. Ihm zu ehren heißt noch heute der höchste Berg des Landes Gunnbjørn Fjeld (3.694 m).

geschichte grönlands

Wikingerschiff (c)

Im Jahre 982 wird Erik der Rote für 3 Jahre von Island verbannt. Er hatte zuvor im Streit zwei Nachbarn erschlagen. Da er von den Erzählungen Gunnbjörns gehört hatte, machte er sich Richtung Nordwesten auf und landet im Südwesten Grönlands. Zu dieser Zeit ist gerade eine klimatische Erwärmung eingetreten, so dass es durchaus grüne Täler, lichte Wälder und fischreiche Flüsse auf Grönland gibt. Begeistert nennt Erik die Insel daher „Grünland“, wovon der heutige etwas irreführende Name stammt.

Nach Verbüßung seiner 3-Jährigen Verbannung macht er sich zurück nach Island und wirbt dort für die Landnahme. Da Island seine vielen neuen Zuwanderer nicht mehr ernährt bekommt, findet er viele Mitreisende. Mit einigen Schiffen machen sich etliche Familien gemeinsam mit Erik 986 nach Grönland auf, allerdings bleiben bereits einige durch Stürme und Eisberge auf der Strecke. Nur 14 der 25 Schiffe kommen in der neuen Heimat an.

Schnell kommt Kritik auf, denn die Insel wirkt auf viele nicht so gastlich wie Erik es ihnen beschrieben hatte. Außerdem sind viele erstaunt, dass die Insel mit den Inuit bereits andere Einwohner hat, die nicht sonderlich erfreut über die Neuankömmlinge sind. Die Wikinger sind jedoch Widerstand und hartes Klima gewohnt und besiedeln weite Teile Südgrönlands. Fortan nennen sie sich Grænlendingar. Noch heute findet man Überreste von Wohnsiedlungen, Bauernhöfen und Kirchen.

Im Jahre 1000 wird Leif Eriksson, ein Sohn Eriks des Roten und späterer Entdecker Amerikas Christ. Die Wikinger in Grönland schließen sich diesem Glauben an. Eriksson entdeckte vermutlich Labrador und Neufundland und nannte es „Vinland“. Der Handel zwischen Nordamerika und Grönländern blüht. Die Grönländer profitieren von der Üppigkeit Nordamerikas und decken sich mit Holz, Wein und Fellen ein. Siedlungen der Wikinger können sich jedoch nicht halten und sind bis heute historisch umstritten.

In den Folgejahren wird die Versorgung aber zunehmend schwierig, das Klima verschlechtert sich zudem. Um 1550 sind alle Grænlendingar ausgestorben. Bis heute ist umstritten, worin die Gründe (Krankheiten, Hunger, Kämpfe mit Inuit) für ihr Verschwinden begründet sind.

Grönland gerät zunächst in Vergessenheit. Ab 1721 entstehen Stützpunkte dänischer Walfänger. Ab dieser Zeit beginnt der dänisch-norwegische, protestantische Pfarrer Hans Egede mit der Missionierung der Inuit. Auch viele deutsche Missionare kommen ins Land, so dass noch heute viele deutsche Nachnamen auf Grönland vertreten sind.

Ab 1776 erhält der Kongelige Grønlandske Handel (KGH) das Handelsmonopol für die Insel. Dieser nimmt auch die Verwaltung des Landes wahr. Mehr und mehr verstärkt sich der Walfang, es kommen dadurch immer wieder Seeleute aus Skandinavien, Holland und Deutschland nach Grönland.

1814 fällt im Frieden von Kiel zwischen Dänemark und Norwegen die Insel Grönland endgültig an Dänemark. Ab 1862 versucht man die Inuit an der Verwaltung mehr zu beteiligen, außerdem wird eine kommunale Verwaltung eingeführt.

Norwegen versuchte nach dem Ersten Weltkrieg Besitzansprüche geltend zu machen, gibt aber 1933 einem Schiedsspruch des Internationalen Gerichtshof in Den Haag seine Forderungen auf.

Nachdem Dänemark 1940 von der deutschen Wehrmacht besetzt wird, Grönland wird dagegen von den US-Amerikaner als wichtiger Stützpunkt genutzt.

1951 wird die Insel zum dänisch-amerikanischen Verteidigungsgebiet innerhalb der NATO erklärt, ein Jahr zuvor erlischt das dänische Handelsmonopol. 1953 wurde Grönland offiziell eine Provinz Dänemarks und entsendet 2 Abgeordnete in das dänische Parlament (Folketing). Von 1955 – 1987 bestand in der dänischen Regierung ein spezielles Grönlandministerium. Die Infrastruktur der Insel wurde deutlich verbessert, zuständig war hierfür bis 1987 die    Grønlands Tekniske Forvaltning (GTO). Die Versorgungslage wird garantiert durch Flugzeuge, Hubschrauber und Eisbrecher. Viele Standards im sozialen Bereich entsprechen dem dänischen System. Allerdings hat die traditionelle Kultur der Inuit hierunter zu leiden und die Umstellung einer Jägernation in eine industrielle Gesellschaft bringt durchaus soziale Probleme mit sich, die bis heute anhalten.

Die grönländische Nationalbewegung erreicht 1979 eine Autonomie von Dänemark mit eigener Regierung und Parlament. Erster Premier wird Jonathan Motzfeldt. Die Überfischung grönländischer Meeresgebiete durch europäische Fischereiflotten hat starken Widerstand zur Folge. Im Gegensatz zu Dänemark tritt daher 1985 Grönland aus der Europäischen Gemeinschaft aus.

Seit 2007 wird in den internationalen Medien vermehrt über Grönland berichtet. Insbesondere im Rahmen des Klimawandels rückt die Insel ins Interesse der Weltöffentlichkeit. Wirtschaftlich bedeutend sind auch die großen Rohstoffvorkommen auf der Insel und in den Gewässern des Landes. Durch das Abschmelzen des Eispanzers erhofft man sich eine Ausbeutung der Ressourcen. Auch die Grönländer blicken diesbezüglich positiv in die Zukunft. Durch eine Klimaerwärmung hoffen viele Einheimische auch auf bessere Möglichkeiten für die Landwirtschaft.

Seit 2009 sind weitere Kompetenzen von Dänemark an die Autonomieregierung Grönland übergegangen. Unter anderem übernimmt sie nun auch die Bereich Polizei, Justiz und Küstenschutz vollständig. Grönländisch wird offizielle Landessprache.